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[Gedeanken zum Sonntag] 1. Sonntag nach Trinitatis

Predigt zum 1. Sonntag nach Trinitatis, 19. Juni 2022

 

Lk 16, 19-31: Einst lebte ein reicher Mann. Er trug einen Purpurmantel und Kleider aus feinstem Leinen. Tag für Tag genoss er das Leben in vollen Zügen. Aber vor dem Tor seines Hauses lag ein armer Mann, der Lazarus hieß. Er wollte seinen Hunger mit den Resten vom Tisch des Reichen stillen. Aber es kamen nur die Hunde und leckten an seinen Geschwüren. Dann starb der arme Mann, und die Engel trugen ihn in Abrahams Schoß. Auch der Reiche starb und wurde begraben. Im Totenreich litt er große Qualen. Als er aufblickte, sah er in weiter Ferne Abraham und Lazarus an seiner Seite. Da schrie er: „Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir! Bitte schick Lazarus, damit er seine Fingerspitze ins Wasser taucht und meine Zunge kühlt. Ich leide schrecklich in diesem Feuer.“ Doch Abraham antwortete: „Du hast deinen Anteil an Gutem schon im Leben bekommen –genauso wie Lazarus seinen Anteil an Schlimmem. Dafür findet er jetzt hier Trost, du aber leidest.Da sagte der Reiche: „So bitte ich dich, Vater: Schick Lazarus doch wenigstens zu meiner Familie. Ich habe fünf Brüder. Lazarus soll sie warnen, damit sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen!“ Aber Abraham antwortete: „Sie haben doch Mose und die Propheten.“ Der Reiche erwiderte: „Nein, Vater Abraham! Nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie ihr Leben ändern.“ Doch Abraham antwortete: „Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören –dann wird es sie auch nicht überzeugen, wenn jemand von den Toten aufersteht.“

 

Liebe Gemeinde!

 

In den Pfingstferien war ich im Urlaub: Mit Freunden war ich Segeln auf der Ostsee. Eine Freundin von mir hatte dazu eingeladen. Sie ist 50 geworden und wollte zu ihrem runden Geburtstag etwas ganz Besonderes unternehmen. Fünf Tage waren wir mit dem Segelschiff unterwegs – mit Sonne und Regen, Wind und Wetter und auch mal Flaute. Eine richtige Mannschaft sind wir geworden in dieser Zeit, obwohl wir uns vorher zum Teil kaum kannten. Ich war in Gedanken noch ganz in die Erlebnisse dieser Tage vertieft, als wir wieder an Land waren. Es war schon Abend, und die Kieler Woche hatte gerade angefangen. Ich schlenderte durch den Stadtpark und die Uferpromenade. An den Imbissbuden duftete es lecker nach internationalen Spezialitäten. Getränke wurden ausgeschenkt, und es gab Livemusik auf mehreren Bühnen. An einem Ausschank holte ich mir ein Getränk. Ich fand einen schönen Platz zum Sitzen und schaute von dort auf das muntere Treiben. Die Menschen um mich herum waren fröhlich und ausgelassen. Unbeschwert genossen sie das Fest an diesem schönen Sommerabend. Aber nicht alle waren so unbeschwert. Die Frau mittleren Alters mit der großen Einkaufstasche hatte ich zuerst gar nicht bemerkt. Sie lief zu dem Mülleimer, der ein paar Meter entfernt von mir stand. Dann griff sie hinein und zog eine verbeulte Getränkedose heraus, die sie aufmerksam betrachtete und dann in ihre Einkaufstasche legte. Noch zwei andere Pfandflaschen- und Getränkedosensammler kamen an mir vobei – diesmal mit großen Müllsäcken. Ich wende den Blick ab und schaue lieber wieder zu den fröhlich feiernden Menschen. Und als ein Obdachloser kommt und mir eine Straßenzeitung verkaufen will. winke ich ab. Ich will nicht gestört werden in meiner Urlaubsstimmung. Ich will diesen Abend genießen, meinen letzten Urlaubstag. Aber die Erinnerung an diese Menschen bleibt. Sie lässt sich nicht ausblenden. Es hätte mich nicht viel gekostet, die Obdachlosenzeitung zu kaufen. Aber für den Verkäufer der Zeitung wäre es sicher wertvoll gewesen. Nicht nur wegen dem einen Euro mehr, den er dann in der Tasche gehabt hätte. Wertvoller als dieser eine Euro wäre für ihn womöglich gewesen, dass ihn jemand wirklich wahrnimmt und seine Arbeit als Zeitungsverkäufer wertschätzt. Eine Begegnung auf Augenhöhe wäre das gewesen, für ihn und für mich. Aber jetzt ist es zu spät. Mein letzter Urlaubsabend ist vorbei. Ich bin aus Kiel abgereist und werde dem obdachlosen Zeitungsverkäufer vermutlich nie mehr begegnen.

 

Eine verpasste Chance: Wo hätte ich helfen können und habe es nicht getan? Wen habe ich links liegen gelassen, und es hätte mich nur so wenig gekostet, ihm ein freundliches Lächeln oder einen aufmunternden Blick zuzuwerfen? Welche langjährige Feindschaft konnte ich nicht aussöhnen? Welche alte Schuld konnte ich nicht begleichen? Das sind Fragen, die wir uns immer wieder stellen müssen im Leben. Und leider passiert es auch immer wieder, dass wir die bittere Erfahrung machen müssen: Jetzt ist es zu spät. Und dann stehen ich am Grab dieses Menschen, mit dem ich es schwer hatte oder dem ich Unrecht getan habe. Das, was zwischen uns stand, kann ich jetzt nicht mehr aus der Welt räumen. Ich weiß: Es ist zu spät dafür. Seine Augen sind für immer geschlossen und sein Mund schweigt für immer. Ich kann diesem Menschen nicht mehr in die Augen schauen und ihn um Verzeihung bitten. Und ich werde niemals aus seinem Mund die Worte hören: „Lass uns unsere alte Feindschaft begraben.“ Es ist zu spät dafür. Das nagt an mir. Das brennt wie Feuer in meiner Seele. Denn ich brauche diese erlösenden Worte. Ich halte es sonst nicht mehr aus. Es ist die Hölle.

 

„Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir! Bitte schick Lazarus, damit er seine Fingerspitze ins Wasser taucht und meine Zunge kühlt. Ich leide schrecklich in diesem Feuer.“ So sagt es der reiche Mann in der Geschichte. Den Armen vor seiner Tür hat dieser reiche Mann ausgeblendet aus seinem Leben. Zusammen mit den Straßenkötern sucht er im Müll des Reichen nach Essbarem. Der Reiche will sich durch diesen Armen nicht stören lassen in seinem Leben. Und doch muss er immer wieder an ihn denken. Sogar seinen Namen weiß er: Lazarus heißt der arme Mann. Hätte er ihm nicht doch helfen sollen? Aber jetzt ist Lazarus tot. Jetzt ist es zu spät. Das nagt an dem Reichen. Das brennt wie Feuer in seiner Seele. Er hält es nicht mehr aus. Es ist die Hölle. Der Reiche ist ebenfalls gestorben und schmort jetzt in der Hölle. So erzählt es uns diese Bibelgeschichte.

 

Mit den Geschichten von der Hölle wurde den Menschen jahrhundertelang Angst gemacht. Als Christen ist es nicht unsere Aufgabe, Menschen Angst zu machen. Als Christen ist es unsere Aufgabe, das Evangelium zu verkünden, die gute Botschaft von Jesus Christus, der uns den Himmel versprochen hat. Sollten wir von der Hölle dann nicht besser schweigen? Wir haben viel geschwiegen von der Hölle in unseren Kirchen. Die Bilder von der Hölle sind dadurch nicht weniger geworden, im Gegenteil. Ob im Film, in der Fantasyliteratur oder im Videospiel: Überall lodern die Höllenfeuer. Warum eigentlich? Sollten wir nicht längst so aufgeklärt sein, dass wir ohne diese Vorstellung auskommen könnten? Ich denke, wir sollten die Bilder vom Jüngsten Gericht nicht übertünchen in unseren Kirchen und Gottesdiensten. Sonst werden andere sie aufgreifen und umso gnadenloser ausschmücken, ohne die Hoffnung auf den Himmel. Und so bleibt die Frage bestehen – die Frage, zu der uns diese Bilder von Himmel und Hölle führen will: Auf welcher Seite würde ich wohl stehen? Wäre ich wie Lazarus in Abrahams Schoß oder wie der Reiche im Höllenfeuer?

 

Wir stehen auf der Seite des Reichen. Was bedeutet das für uns? Haben wir in unserem Wohlstand überhaupt noch einen Blick für die Armut in der Welt? Lassen wir uns noch anrühren vom Leid der anderen? Empören wir uns noch über die Ungerechtigkeiten, die diese Welt bestimmen und von denen wir profitieren? Oder leben wir schon ganz in unserer eigenen Welt, so wie der Reiche in der Geschichte? Ich merke es an mir selbst: Immer wieder bin ich in der Gefahr, so zu leben. Der Text richtet sich an die Reichen und Satten. Das bedeutet: Der Text richtet sich an uns selbst. Wir sind die fünf Brüder, die noch umkehren können. Denn wir leben in einem der reichsten Ländern der Welt. Das gilt immer noch – auch wenn die Preise steigen und wir den Gürtel hier und da etwas enger schnallen müssen.

 

Noch ist es nicht zu spät! Wir haben die Möglichkeit zur Umkehr, so wie die fünf Brüder. Daher: Welchen Beitrag können wir leisten, damit die Kluft zwischen Arm und Reich überwunden werden kann? Dabei geht es nicht nur um die großen Programme der Weltveränderung, so nötig die auch sind. Vor allem geht es um die kleinen Schritte – der Arme wollte nur etwas von den Brotkrumen, der Reiche nur eine Fingerspitze Wasser. Wie gehen wir mit den Armen vor unserer Haustür um? Wir sammeln Spenden für den Tafelladen. Das ist ein Anfang. Aber es geht nicht nur um Spenden und um Geld. Es geht vielmehr um Wertschätzung und Respekt – um das Lächeln und den aufmunternden Blick, um diese kleinen Zeichen der Mitmenschlichkeit, die uns selber glücklich machen, wenn wir sie verschenken. Denn andere glücklich zu machen, das macht uns selber auch glücklich.

 

Ich denke wieder an meine Segelreise und an die Freundin, die mich zu dieser Reise eingeladen hat. Sie hat sich diese Reise selber geschenkt zu ihrem fünfzigsten Geburtstag. Normalerweise zahle ich Geld dafür, wenn ich eine solche Reise mache. Aber sie wollte kein Geld von uns. Sie hat uns alle dazu eingeladen als ihre Gäste, eine ganze Bootsmannschaft aus Freundinnen und Freunden, und das ganze fünf Tage lang. Das war schön. Ein bisschen Himmel auf Erden!

 

Ihre Pfarrerin Dr. Dorothee Kommer

 

 

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[Goldene Konfirmation]Palmsonntag

Feier der Goldenen Konfirmation

 

Am Palmsonntag, 10. April, haben ihr 50jähriges Konfirmationsjubiläum gefeiert: Gudrun Marquart (Reichenbach), Elisabeth Narr (Gosheim), Ramona Narr (Gosheim ), Uwe Schön (Gosheim) und Sylvia Volz (Wehingen). Wir wünschen den Jubilarinnen und Jubilaren auch weiterhin Gottes Segen und Beistand auf ihrem Lebensweg.

 

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[Gedanken zu Himmelfahrt] 13.05.2021

Predigt zu Christi Himmelfahrt, 13. Mai 2021

Epheser 1, 17-23: Der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen. Und er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, wie reich die Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist und wie überschwänglich groß seine Kraft an uns ist, die wir glauben durch die Wirkung seiner mächtigen Stärke. Mit ihr hat er an Christus gewirkt, als er ihn von den Toten auferweckt hat und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und jeden Namen, der angerufen wird, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles, welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt.

Liebe Mitchristen!

„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein,“ heißt es in einem bekannten Lied von Reinhard Mey. Heute am Himmelfahrtstag wird unser Blick nach oben gelenkt, zu Jesus Christus in seiner Herrlichkeit. Er sitzt auf dem Thron an Gottes rechter Seite. Dort oben im ewigen Licht lenkt er die Geschicke der Welt. Aber wo ist das denn nun genau, dieses „Dort oben“? Ist das wirklich über den Wolken? „Eine Wolke nahm Jesus auf.“ So erzählt die Apostelgeschichte die Himmelfahrt von Jesus Christus. Aber sie erzählt auch von Engeln, die die Jünger davor warnen, Jesus da oben am Himmel zu suchen. Denn wenn wir unsere Augen nur an den Himmel heften, dann verlieren wir Jesus Christus aus dem Blick. „Gott gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid,“ lesen wir im Epheserbrief.

Nicht das, was vor Augen liegt, bringt uns Jesus Christus näher. Nicht der Blick zum Himmel da oben, wo die Wolken ziehen. Es braucht einen anderen Blick. Einen Blick, der tiefer geht und das Wesentliche sieht. „Schau hin!“ So heißt das Motto des 3. Ökumenischen Kirchentags, der in diesen Tagen digital gefeiert wird. Und schon Antoine de Saint-Exupéry wusste: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Nur mit dem Herzen können wir Gottes Himmel erkennen. Nur in der Liebe können wir verstehen, was es bedeutet, dass Jesus Christus bei Gott im Himmel ist. Denn Gottes Himmel, das ist ja nicht ein bestimmter Ort, irgendwo da oben über den Wolken, wo der Thron Gottes steht und Jesus Christus an seiner rechten Seite sitzt. Gott lässt sich nicht auf einen bestimmten Ort festlegen, auch nicht oben im Himmel. Gott ist unendlich, Gott ist ewig. Gott sprengt diese Dimensionen von Raum und Zeit. Vor seinem Thron und in seinem Licht stehen wir, an jedem Ort dieser Welt und zu jeder Zeit unseres Lebens. Auch dann, wenn der Ort, an dem wir leben, alles andere als himmlisch ist. Auch dann, wenn die Zeit, in der wir leben, eine wirklich schwierige Zeit ist. Immer und überall stehen wir in Gottes Licht. Denn wir gehören zu Gott. Und wir gehören zu Jesus Christus, der am Kreuz den Tod überwunden hat, der auferstanden ist und der lebt, bei Gott in seiner Herrlichkeit. Das ist die Hoffnung, zu der wir berufen sind, die überschwänglich große Kraft Gottes, die unser Predigttext in den höchsten Tönen lobt.

Das klingt alles immer noch ziemlich abgehoben. Wie kann diese große Hoffnung wirklich bei uns ankommen? Ich möchte Ihnen Menschen vorstellen, die ich mit dieser Hoffnung verbinde. Ich erinnere mich an eine hochbetagte Frau, die ich einmal besucht habe. „Ich habe mein Leben meinem Heiland übergeben,“ sagte sie mir. „Er weiß, wann es Zeit ist, dass er mich zu sich holt.“ Auf diesem Vertrauen auf Jesus Christus hat diese hochbetagte Frau ihr Leben aufgebaut. In dieser Gewissheit hat sie es geschafft, ihren Alltag zu bewältigen – trotz ihrer körperlichen Beschwerden, trotz ihrer Einsamkeit als Witwe. Wenn ich so einem Menschen begegne wie dieser Frau, dann wird der Thron Gottes und Jesus Christus, der dort im ewigen Licht an Gottes rechter Seite sitzt, für mich erfahrbar.

Ich möchte Ihnen auch eine Anekdote erzählen von zwei Theologen des 20. Jahrhunderts – Karl Barth und Eduard Thurneysen. Die beiden waren befreundet. Am Abend vor dem Tod von Karl Barth hatten die beiden noch miteinander telefoniert und sich über die Weltlage unterhalten. Karl Barth meinte: „Ja, die Welt ist dunkel!“ Er ließ diese Aussage aber nicht einfach so stehen, ganz im Gegenteil. Weiter sagte er: „Nur ja die Ohren nicht hängen lassen! Nie! Denn es wird regiert, nicht nur in Moskau oder in Washington oder in Peking. Sondern es wird regiert, und zwar hier auf Erden, aber ganz von oben, vom Himmel her. Gott sitzt im Regiment. Darum fürchte ich mich nicht. Bleiben wir doch zuversichtlich, auch in dunkelsten Augenblicken! Lassen wir die Hoffnung nicht sinken, die Hoffnung für alle Menschen, für die ganze Völkerwelt! Gott lässt uns nicht fallen, keinen einzigen von uns und uns alle miteinander nicht!“ In dieser Zuversicht hat der Theologe Karl Barth sein Leben beschlossen. Es waren seine letzten Worte.

„Es wird regiert!“ Ich finde diesen Gedanken sehr tröstlich, gerade auch in schwierigen Zeiten. Das gibt mir die Kraft, auch solche Zeiten durchzustehen. Dabei hilft es mir, mit den Augen des Herzens auf Jesus Christus zu schauen. Jesus Christus, der an Gottes rechter Seite sitzt und den Lauf dieser Welt in der Hand hat – auch da, wo ich es jetzt noch nicht verstehen kann. Jesus Christus, über den unser Predigttext aus dem Epheserbrief sagt: Gott hat ihn von den Toten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht und Herrschaft. Alles hat er unter seine Füße getan.

Ihre Pfarrerin Dr. Dorothee Kommer

 

 

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[Gedanken zum Sonntag)Sexagesimä

Predigt zum Sonntag Sexagesimä, 7. Februar 2021

Lukas 8, 4-8a+11-15: Als nun eine große Menge beieinander war und sie aus jeder Stadt zu ihm eilten, sprach Jesus durch ein Gleichnis: Es ging ein Sämann aus zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel einiges an den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen’s auf. Und anderes fiel auf den Fels; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. Und anderes fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten’s. Und anderes fiel auf das gute Land; und es ging auf und trug hundertfach Frucht. Das ist aber das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Weg, das sind die, die es hören; danach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen, damit sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels sind die: Wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an. Sie haben aber keine Wurzel; eine Zeit lang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Was aber unter die Dornen fiel, sind die, die es hören und gehen hin und ersticken unter den Sorgen, dem Reichtum und den Freuden des Lebens und bringen keine Frucht zur Reife. Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.

Liebe Mitchristen!

„Es ist frustrierend, so ins Leere zu sprechen.“ So erlebt es eine Lehrerin, die in diesen Tagen ihre Schüler nur per Videokonferenz unterrichten kann. Sie kann ihre Schüler auf ihrem Bildschirm nicht sehen. Die Kameras sind ausgeschaltet. Vielleicht möchten diese Jugendlichen nicht zu viel von sich preisgeben: Wie es in ihrem Zimmer aussieht oder am Küchentisch, an dem sie gerade sitzen. Vielleicht geht es auch einfach nicht anders, weil es die Internetverbindung überlasten würde, wenn alle die Kameras anmachen.

Ich kann mich gut in diese Lehrerin hineinversetzen. Immer wieder geht es mir auch so, dass ich ins Leere spreche. Den Konfirmandenunterricht halte ich aus meinem Arbeitszimmer. Auf dem Bildschirm erscheinen die Namen meiner Konfirmanden, der eine oder die andere zeigt sich auch im Bild. Was kommt an von dem, was ich sage? Und wie ist es jetzt, hier bei unserem Gottesdienst, den wir auf Youtube miteinander feiern? Was kommt bei Ihnen an, wenn Sie diesen Gottesdienst mitfeiern – vor dem Bildschirm im heimischen Wohnzimmer oder beim Nachlesen dieser Predigt? Ich kann ihre Reaktionen nicht an Ihren Gesichtern ablesen wie sonst, wenn Sie in den Kirchenbänken sitzen. Die Bänke unserer Kirche sind leer. Nur unser kleines Vorbereitungsteam ist da. So stehe ich hier auf der Kanzel unserer Kirche und spreche ins Leere. Eine neue, eine befremdliche Erfahrung ist das für mich und für uns alle. So kannten wir das sonst nicht. Und doch: So ganz neu ist das auch nicht. Denn so genau kann ich es ja nie wissen, was bei meinem Gegenüber ankommt von dem, was ich sage. Auch Jesus kennt diese Erfahrung. Jesus erzählt eine Geschichte dazu:

Ein Sämann steht draußen auf dem Acker und sät den Samen aus. Er sät sozusagen ins Leere. Er sät so, wie wenn er bei der Videokonferenz die Kamera nicht angeschaltet hätte. Oder noch extremer: Er sät, wie wenn er die Augen verbunden hätte. Er sät und sieht nicht, wo das ankommt, was er da sät. Und so kommt es, dass er seinen Samen auch dorthin streut, wo eigentlich nichts dabei herauskommen kann: Auf den Weg, auf den Felsboden und mitten ins Dornengestrüpp. Warum macht dieser Sämann das so? Ist das nicht reinste Verschwendung? Sollte der mit dem wertvollen Saatgut nicht sparsamer umgehen? Er muss doch wissen, dass da auf dem Fels nichts wachsen kann, dass die Körner auf dem Weg nur zertreten werden und das das Unkraut sowieso alles andere im Keim ersticken wird. Kein Landwirt würde sein Feld so einsäen, so unwirtschaftlich, so verschwenderisch. Aber dieser Sämann sät so. Er hat keine wirtschaftliche Kosten- Nutzen-Rechnung aufgestellt.

Dieser Sämann ist kein Landwirt, eher ein Lebenskünstler. Einer, der dem Leben nachspürt. Einer, der das Leben feiert. Dieser Sämann genießt die Frische des Frühlingsmorgens und das Gefühl der trockenen und warmen Körner in seiner Hand. Mit Schwung streut er seinen Samen über das Land. Er hat Freude an dieser Bewegung: Wie sein Arm weit ausholt. Wie die Körner wie Tropfen zu Boden fallen. Er genießt die Landschaft, in die er den Samen wirft. In ihrer ganzen Unterschiedlichkeit nimmt er sie wahr: Guter Ackerboden, Felsblöcke, Dornengestrüpp und dazwischen der Weg, der das alles miteinander verbindet. Vielgestaltig ist die Landschaft, in die der Sämann seinen Samen wirft. Und das darf so sein. Es wird keine eintönige Monokultur entstehen, wo er gesät hat. Da sind die Felsen in ihrer bizarren Schönheit. Die Vögel finden Nahrung. Und die dornigen Wildpflanzen sind hier nicht vom Aussterben bedroht, sondern können Blüten und Samen bilden. Ja, der Ertrag bei der Ernte wird nicht so hoch ausfallen. Aber es wird genug da sein.

Jesus erzählt von diesem Sämann, von diesem besonderen Landwirt, der ein Lebenskünstler ist. Einer, der das Leben will. Gott ist es, der diesen Samen aussät. Gottes Liebe gilt uns allen. Verschwenderisch streut Gott seine Liebe aus in unserer Welt. Was davon kommt an? Kommt Gottes Liebe bei den Konfirmanden an, wenn ich in meinem Arbeitszimmer vor dem Bildschirm sitze und mit der Konfirmandengruppe Unterricht halte? Kommt Gottes Liebe bei Ihnen an, wenn Sie diese Predigt im Nachhinein anschauen oder nachlesen?

Unser Leben gleicht nicht immer nur dem guten Ackerboden, der den hundertfachen Ertrag abwirft. Manchmal gerät die Botschaft von Gottes Liebe unter die Räder auf dem Weg unseres Lebens. Manchmal ersticken die Sorgen um die Zukunft das Vertrauen auf Gottes Liebe in uns wie ein Dornengestrüpp. Manchmal beißt die Botschaft von Gottes Liebe bei uns auf Granit, und wir sind innerlich wie versteinert. Aber Gottes Liebe bleibt. Gottes gute Saat geht auf. Ja, sie bringt sogar hundertfachen Ertrag. Ganz unverhofft und unerwartet. Ja, auch dann, wenn mein Leben nicht immer dieser gute Ackerboden ist. Auch dann, wenn da gerade eher die Stolpersteine und die Dornen im Vordergrund sind in meinem Leben. Gott sät seinen Samen auch dorthin. Er sagt nicht: Hier ist Hopfen und Malz verloren!

Gott ist ein Sämann, der seine Liebe mit vollen Händen austeilt. Auch in meinem Leben ist Platz für Gottes Liebe. Auch in meinem Herzen kann dieses Samenkorn aufgehen: Vertrauen in Gott, der alles zu einem guten Ende bringen wird. Gott ist für mich da. Gerade auch jetzt, wenn ich manchmal ins Leere spreche und nicht weiß, was bei meinem fernen Gegenüber ankommt. Manches kommt anders, als ich es erwarte. Aber ich darf darauf vertrauen: Gottes gute Saat geht auf. Ja, manchmal wächst seine Liebe sogar da, wo ich es nicht erwarte: In den Felsritzen und zwischen den Dornen meines Lebens. Haben Sie das auch schon erleben dürfen? Erzählen wir uns davon, auch wenn wir uns nicht persönlich begegnen können! Denn Gottes Liebe trägt uns auch durch diese Zeit.

Ihre Pfarrerin Dr. Dorothee Kommer

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Gedanken zum Sonntag[3. Advent]

weissagte und sprach: Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils im Hause seines Dieners David – wie er vorzeiten geredet hat

durch den Mund seiner heiligen Propheten – dass er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen, und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund, an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, dass wir, erlöst aus der Hand der Feinde, ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen. Und du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe, auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

 

 

 

Liebe Mitchristen!

 

Zacharias singt ein Loblied auf Gott. Ausgerechnet Zacharias. Neun Monate lang war er stumm. Zacharias, der Priester im Tempel von Jerusalem, der immer ein gutes Wort wusste für alle, die dorthin zum Gebet kamen. Ihm hat es die Sprache verschlagen. Etwas Unvorhergesehenes war passiert. Etwas, womit er nicht klarkam. Seine Frau Elisabeth war schwanger, und das in ihrem hohen Alter. Der Engel sagte zu Zacharias: Fürchte dich nicht! Und er erzählte Zacharias, dass Gott große Pläne hat mit seinem ungeborenen Sohn: Johannes der Täufer, der Vorläufer von Jesus, dem Sohn Gottes. Fürchte dich nicht, sagt der Engel. Aber Zacharias fürchtet sich. Ängste und Zweifel nagen an ihm. Das verschlägt ihm die Sprache. Zacharias wird stumm. Neun Monate lang.

 

Neun Monate Corona. Hat es auch uns die Sprache verschlagen? Längst können wir das Wort „Corona“ nicht mehr hören, auch wenn es eigentlich nichts anderes bedeutet als Krone. In Schweden feiern sie heute das Luciafest. Weiß gekleidete Mädchen tragen Lichterkronen auf dem Kopf. Licht vertreibt die Dunkelheit. Das feiern sie dort am 13. Dezember, einem der dunkelsten Tage des Jahres. Kann man heute ein Fest feiern und singen vom Licht, das die Dunkelheit vertreibt? Kann man in diesem Jahr Weihnachten feiern? In welcher Form wird eine Feier möglich sein? Wer wird mit uns feiern? Werden wir zum Gottesdienst zusammenkommen? Und was ist mit denen, die allein sind? Fragen, die sich wie dunkle Schatten über unsere Seele legen. Ängste und Zweifel nagen an uns und lassen uns verstummen, machen uns sprachlos wie Zacharias. Aber Zacharias bleibt nicht sprachlos. Zacharias singt. Er singt ein Lied von der Erlösung. Er singt ein Lied vom Licht, das die Dunkelheit durchbricht. Er singt ein Lied von Gott, der seine Menschen nicht vergessen hat. Und Zacharias singt ein Lied auf seinen neugeborenen Sohn Johannes, der ein Prophet des Höchsten sein wird.

 

Zacharias – ich stelle ihn mir vor als einen glücklichen Vater, der sein winziges, neugeborenes Kind in den Armen hält. Ein Kind wie jedes andere. Rein äußerlich betrachtet spricht nichts dafür, dass gerade dieses Kind ein Prophet Gottes sein wird – der, der die Menschen hinweist auf Jesus, den Sohn Gottes. Aber Zacharias sieht mehr als das, was vor Augen liegt. Er sieht mit dem Herzen. Gott hat ihm dazu seinen Geist gegeben. Gottes Geist hat Zacharias das Herz geöffnet und den Mund. Die lange Zeit der Sprachlosigkeit ist vorbei. Auch wenn es noch lange dauern wird, auch wenn Zacharias es selbst gar nicht mehr erleben wird: An diesem Tag weiß Zacharias: Gott selber wird kommen. Klein und unscheinbar wird er kommen, in einem winzigen, neugeborenen Kind. Und rein äußerlich wird nichts, wirklich gar nichts dafürsprechen, dass dieses Kind Gottes Sohn ist. Denn dieses Kind wird kein Kind aus gutem Hause sein, so wie Johannes der Täufer, der Sohn von Zacharias, dem Priester am Tempel in Jerusalem. Dieses Kind wird in einem elenden Stall geboren werden, irgendwo unterwegs, unter katastrophalen Bedingungen. Und doch ist gerade dieses Kind Jesus Christus, Gottes Sohn, das Licht, das die Dunkelheit vertreibt, auch an den dunkelsten Tagen des Jahres.

Denn Gott hat seine Menschen nicht vergessen. Auch nicht nach neun Monaten Pandemie. Auch nicht, wenn wir Weihnachten nicht so feiern können, wie wir es gewohnt sind. Weihnachten findet statt. Wir müssen nicht verstummen und sprachlos bleiben. In unseren Herzen und in unseren Häusern dürfen wir singen: Vom Licht, das die Dunkelheit vertreibt. Von Gott, der in einem kleinen Kind zu uns kommt und die dunklen Schatten von unserer Seele nimmt. Vom Kind in der Krippe, das unser Leben hell macht, auch in schwierigen Zeiten. Gott gebe uns seinen Heiligen Geist, der uns die Herzen und den Mund öffnet, dass wir uns auf Weihnachten freuen können. Denn an Weihnachten kommt Gott uns besuchen. Gott kommt an Weihnachten, egal wieviel Besuch wir sonst noch empfangen dürfen an diesem Festtag: „Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das Licht aus der Höhe, auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.“

 

Ihre Pfarrerin Dr. Dorothee Kommer

 

 

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Vorschlag für eine Andacht am Sonntag Exaudi, 24. 5. 2020

L: Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
A: Amen.
L: Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn.
A: Der Himmel und Erde gemacht hat.

Lied 316, 1-4 Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren
Psalm 27

Eingangsgebet:

E: Vater im Himmel, manchmal kommt es uns so vor, als wärst du ganz weit weg. Weiter weg als der Himmel. Manchmal fragen wir nach Sinn und suchen nach Antworten.

E: Manchmal wissen wir nicht weiter und sehnen uns nach einem Wort von dir. Unsere Fragen, unsere Ratlosigkeit und unsere Sehnsucht bringen wir zu dir.  

L: Wir bitten dich: 

A: Komm uns nahe, lass uns erleben, dass uns dein Himmel offensteht.

E: Vater im Himmel, manchmal fragen wir uns: Wen kümmert es, was du, Gott, für gut hältst? Wer erwartet von deinem Wort praktische Hilfe im Alltag? 

E: Wir glauben, hilf unserem Unglauben. Wir sehnen uns nach deinem Beistand und versuchen gleichzeitig, allein mit allem fertig zu werden. Das überfordert uns. Wir brauchen dich, Gott.

L: Wir bitten dich: 

A: Komm uns nahe, lass uns erleben, dass uns dein Himmel offensteht.

E: Vater im Himmel, manchmal bist du uns ganz nahe. Da, wo wir nicht damit rechnen. Wir spüren deinen Trost und fühlen uns gestärkt in unserem Leben. Dann merken wir: Alles kommt von dir: Unser Glauben und unser Fragen. 

L: Lass uns darauf vertrauen können: Du bist da, manchmal verborgen und manchmal offenbar. Führe und leite uns, heute und alle Tage. Dir sei Ehre in Ewigkeit.

Stilles Gebet

L: Wir beten weiter in der Stille, miteinander und füreinander.

(Gebetsstille)

L: Herr, du hörst unser Gebet, darum kommen wir zu dir.

Lied 120 Christ fuhr gen Himmel

Predigttext: Jeremia 31, 31-34

Predigtgedanken (siehe hier)

Lied 136, 1+4+7 O komm du Geist der Wahrheit

Fürbittengebet (nach: VELK.de):
E: Ewiger, barmherziger Gott, du sprichst und alles wird neu.
Dein Wort verwandelt die Welt.
Schreibe dein Gesetz in die Herzen deiner Menschen.
Sende deinen Heiligen Geist in unsere Mitte.
L: Wir rufen zu dir:

A: Herr, Erbarme dich.

E: Gott des Lebens, Quelle des Friedens,
wir bringen die Mächtigen dieser Welt vor dich:
ihre Entscheidungen, ihre Interessen, ihre Verantwortung.
Sieh auf alle, die mit Sorgen verfolgen,
was im Nahen und Mittleren Osten geschieht.
Mache die Brückenbauer stark,
ermutige alle, die dem Frieden dienen.
Schreibe dein Gesetz in die Herzen der Mächtigen.
Sende deinen Heiligen Geist in unsere Mitte.
L: Wir rufen zu dir:

A: Herr, erbarme dich.

E: Gott des Lebens, du Barmherziger,
wir bringen die Menschen vor dich, die unter der Corona-Krise leiden:
ihre Schmerzen, ihre Hoffnungen, ihre Sehnsucht.

Sieh auf alle, die krank oder gefährdet sind.
Sieh auf alle, die keine Geduld mehr haben, die sich bedroht oder verfolgt fühlen.  

Du schenkst Zukunft und Hoffnung.
Schreibe dein Gesetz in die Herzen der Verzagten.
Sende deinen Heiligen Geist in unsere Mitte.
L: Wir rufen zu dir: 

A: Herr, erbarme dich.

E: Gott des Lebens, Quelle der Liebe,
wir bringen alle vor dich, die in dieser Krise die Versorgung aufrecht erhalten.
Wir danken dir für diese Menschen. Mache die stark, die für andere da sind.
Sieh auf alle, um die sich niemand sorgt.
Sieh auf die Kinder, die gebeugt und vernachlässigt werden.
Du bist die Zukunft.
Schreibe dein Gesetz in die Herzen aller,
die anderen ihre Liebe schenken.
Sende deinen Heiligen Geist in unsere Mitte.
L: Wir rufen zu dir:

A: Herr, erbarme dich.

E: Gott des Lebens, Wort der Wahrheit,
wir bringen deine weltweite Kirche vor dich:
ihr Zeugnis, ihre Zweifel, ihren Glauben.

Sieh auf alle, die sich um dein Wort versammeln.
Sieh auf unsere Gemeinde.
Begeistere uns. Bewege uns. Segne uns.
Schreibe dein Gesetz in unsere Herzen.
Sende deinen Heiligen Geist in unsere Mitte.
L: Wir rufen zu dir: 

A: Herr, erbarme dich.

L: Dich rufen wir an und beten gemeinsam:

Vater unser


Segen

L: Der Herr segne uns und behüte uns // der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig. // Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns, und schenke uns Frieden.
A: Amen.

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Vorschlag für eine Andacht am Sonntag Rogate, 17. 5. 2020

L: Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
A: Amen.
L: Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn.
A: Der Himmel und Erde gemacht hat.

Lied 398 In dir ist Freude
Psalm 121
 

Eingangsgebet (nach: Pastoralblätter 5/2020):

E: Vater unser im Himmel, 

wir reden viel und bedenken nicht unsere Worte.

Wir bedienen uns gegenüber anderen vieler Worte

und vergessen dabei, zuzuhören.

E: In der Menge unserer Worte verlieren wir den Kontakt zum anderen.

Wir sprechen gedankenlos unsere Gebete.

In der Menge unserer Worte verlieren wir den Kontakt zu dir. 

E: Vater unser im Himmel,

sei bei uns, wenn wir wieder zu viele Worte machen:

Geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe!

E: Sei bei allen, die sich um ihren täglichen Bedarf sorgen müssen:

Unser tägliches Brot gib uns heute!

Du weißt, was wir brauchen, bevor wir es sagen.

E: Sei bei allen, die sich schwertun zu vergeben:

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Schenke uns einen Neuanfang, lass uns aus deiner Vergebung leben.

E: Sei bei uns, wenn wir die richtigen Entscheidungen fällen müssen:

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen!

L: Vater unser im Himmel, 

danke für deine Nähe zu uns. Auf dich können wir vertrauen:

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Stilles Gebet

L: Wir beten weiter in der Stille, miteinander und füreinander.

(Gebetsstille)

L: Herr, du hörst unser Gebet, darum kommen wir zu dir.

Lied 188 Vater unser, Vater im Himmel

Predigttext: Mt 6,5-15

Predigtgedanken (siehe hier)

Lied 618 Wenn die Last der Welt dir zu schaffen macht 

Fürbittengebet (nach: Gottesdienstpraxis 3/2020):
L: Gott, der du für uns bist, was für Menschen ein gutes Zuhause sein kann.

An dich wenden wir uns mit unserer Not – der eigenen wie der unserer Mitmenschen.

E: Wir bitten dich für alle, die auf dieser Erde täglich um ihr Überleben kämpfen müssen und nicht wissen, wie sie ihre Familien und sich selbst ernähren sollen.

Wir bitten dich für Menschen, die abhängig geworden sind, weil sie überschuldet sind, oder weil sie eine Schuld drückt, von der sie nicht wissen, wie sie mit ihr leben können.

E: Wir bitten dich für alle, die in Kriegsgebieten leben und nicht wissen, ob ihr Hab und Gut am nächsten Tag noch da ist.

Wir bitten dich für die, die ihre Heimat verlassen, weil es dort für sie keine Existenzgrundlage mehr gibt und tausende Kilometer auf lebensgefährlichen Wegen nach einem Ort suchen, wo sie leben könnten. Löse du alle Härte, die sich ihnen gegenüber verhärtet.

E: Wir bitten dich für alle, die zu ermüden drohen, weil sie die jetzige Corona-Situation belastet. 

Für die Pflegerinnen und Pfleger, die die Kranken und Gefährdeten versorgen. 

Für die, die erkrankt sind und die, die sich Sorgen machen. 

Für die, die es nicht mehr aushalten und ihrem Ärger jetzt Luft machen. 

Löse du alles, was sich in uns oder unter uns so verhärtet, dass wir keinen Ausweg sehen.  

E: Wir bitten dich für uns alle, die wir genauso zu Opfern wie zu Tätern unguter Gedanken, Worte oder Taten werden. 

Wir bitten dich: löse und befreie du selber uns, wo Böses Macht über uns zu gewinnen droht.

L: Dich rufen wir an und beten gemeinsam:

Vater unser


Segen

L: Der Herr segne uns und behüte uns // der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig. // Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns, und schenke uns Frieden.
A: Amen.

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Allgemein

Vorschlag für eine Andacht am Sonntag Kantate, 10. 5. 2020

 L: Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
A: Amen.
L: Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn.
A: Der Himmel und Erde gemacht hat.

Lied 452, 1-3+5 Er weckt mich alle Morgen
Psalm 146
 

Eingangsgebet (nach: Das neue Gottesdienstbuch, 2001 und 2005):

E: Barmherziger, ewiger Gott, unsere Zungen sind schwer, unsere Lippen verschlossen. Abgelenkt verlieren wir uns im Schweigen. Abgelegt haben wir die Lieder der Väter und Mütter des Glaubens.

Wir singen kaum noch.

Bist du es selber, der schweigt, Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs? Einstmals wohntest du unter dem Lobgesang deines Volkes.

L: Wir bitten dich: Schweige nicht, sprich zu uns: Dass wir antworten können mit einem neuen Lied, dass wir ein Zelt bauen aus Worten des Vertrauens, dass wir unser Leben schmücken mit Liedern der Hoffnung.

E: Barmherziger, ewiger Gott, lass uns nicht immer wieder das alte Lied anstimmen: nicht immer wieder das:  Ja- aber. Ach -vielleicht. Eigentlich -gewissermaßen.

Sondern lobsingen: Gepriesen bist du Gott. Mit Herzen, Mund und Händen. Jeden Tag neu.

L: Wir bitten dich: Schweige nicht, sprich zu uns: Dass wir deine Stimme hören können, die uns sagt:  Du sollst wieder singen können:

E: Gott ist das Lied auf meinen Lippen, Gott ist die Macht in meiner Verzweiflung. Gott heilt meine Seele.

Deshalb werde ich nicht sterben, sondern leben und davon erzählen, was Gott an mir tut. Seine Güte und Barmherzigkeit leben.

Stilles Gebet

L: Wir beten weiter in der Stille, miteinander und füreinander.

(Gebetsstille)

L: Herr, du hörst unser Gebet, darum kommen wir zu dir.

Lied 324, 1+2+12+13 Ich singe dir mit Herz und Mund

Predigttext: 2. Chronik 5, 2-5+12-14

Predigtgedanken (siehe hier)

Lied 302, 1+2+5 Du meine Seele, singe 

Fürbittengebet (nach: Neue Gottesdienstgebete, 2005):
L: Gott, du rufst uns beim Namen, du kennst unsere Stimme. Du freust dich an unserem Lied, Gott! Du hörst, wenn wir zu dir kommen und rufen:

A: Herr, erhöre uns! 

E: Wir bitten dich für alle, die unter Gewalt und Krieg leiden. Verwandle die Militärmärsche und Siegeshymnen in neue Lieder: Kinderlieder, Friedenslieder, Freiheitslieder.

L: Wir kommen zu dir und rufen:

A: Herr, erhöre uns.

E: Wir bitten dich für unser gesellschaftliches Zusammenleben:

Lass neue Lieder unter uns wachsen, deren Einklang die Gegensätze untereinander ausgleichen. Hilf, dass wir wieder Volkslieder singen, die uns nicht von anderen trennen, sondern uns miteinander verbinden.

L: Wir kommen zu dir und rufen:

A: Herr, erhöre uns.

E: Wir bitten dich für alle, die erschöpft sind von Corona. Es gib so viele, die sich aufreiben in der Sorge für andere, deren Mut aufgebraucht ist, die sich fürchten vor dem, was kommt. Schenke du ihnen ein Lied auf den Lippen und Musik in ihrem Herzen, die ihnen wieder neuen Mut gibt. 

L: Wir kommen zu dir und rufen:

A: Herr, erhöre uns.

E: Wir bitten dich für unsere Gemeinde: Schenke uns neue Lieder. Lieder, die unsere Gedanken und Gefühle ausdrücken, unsere Worte sagen, die Melodien unserer Zeit wiedergeben, uns erkennen lassen, wo die Musik heute spielt.

L: Wir kommen zu dir und rufen: 

Herr erhöre uns.

A: Dich rufen wir an und beten gemeinsam:

L: Vater unser


Segen

L: Der Herr segne uns und behüte uns // der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig. // Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns, und schenke uns Frieden.
A: Amen.

Kategorien
Allgemein

Vorschlag für eine Andacht am Sonntag Jubilate, 3. 5. 2020

L: Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
A: Amen.
L: Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn.
A: Der Himmel und Erde gemacht hat.

Lied 503, 1-3+13 Geh aus, mein Herz
Psalm 104 

Eingangsgebet:

L: Himmlischer Vater, Schöpfer der Erde, du hast die Welt geschaffen als Lebensraum für alle Kreatur.

E: Du hast versprochen, dass nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht – solange die Erde steht. 

E: Wir bitten dich in dieser Zeit der Dürre: Gedenke deines Versprechens. Schenk dem Land Fruchtbarkeit, dass es uns weiter nährt. 

L: Jesus Christus, unser Erlöser, unser Bruder, wir bitten dich für die Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, überall auf der Welt. 

E: Ihr wirtschaftliches Überleben hängt ab von der Ernte. Stärke sie und sei bei ihnen, wo sie sich verlassen fühlen. Schenk ihnen Menschen, die sie unterstützen und für sie einstehen. 

L: Heiliger Geist der Liebe und der Wahrheit, ermutige uns, uns für den Schutz deiner Schöpfung einzusetzen. 

E: Gib uns Ideen, wie wir einander stützen können in diesen schweren Zeiten. Gib den Bemühungen Gelingen, das Leben zu schützen in dieser großen Krise. 

E: Schenk, dass diese Erde mehr und mehr zum Raum wird, in dem die Geschöpfe miteinander leben können, ohne Hunger und ohne Angst: Dein Reich komme. 

Stilles Gebet

L: Wir beten weiter in der Stille, miteinander und füreinander.

(Gebetsstille)

L: Herr, du hörst unser Gebet, darum kommen wir zu dir.

Lied 432 Gott gab uns Atem

Predigttext: Johannes 15, 1-8

Predigtgedanken (siehe hier)

Lied 619 Du bist der Weg und die Wahrheit und das Leben 

Fürbittengebet (nach VELK.de):
L: Jesus Christus, du bist der Weinstock. In dir sind wir verwurzelt.

E: Wir sehnen uns danach, den Weg zu kennen.Du weißt ihn. Zeig uns den Weg.

E: Zeig ihn denen, die uns regieren, die über uns bestimmen, die unser Wohl wollen.

E: Bringe uns auf den richtigen Weg.

L: Wir rufen zu dir:

A: Herr, erbarme dich.

L. Jesus Christus, du bist der Weinstock. Aus dir strömt die Kraft, die uns leben lässt.

E: Wir sind gefangen in unserer Sorge. Du siehst die Ängste der Welt. Schau auf die Menschen, die keinen Ausweg sehen -auf der Flucht, in Lagern, im Krieg.

E: Schau auf die Menschen, die kein Zuhause haben, wo sie Schutz finden. Und schau auf die, für die der Schutzraum zur Gefahr wird. Steh ihnen bei und gib ihnen Kraft.

L: Wir rufen zu dir: 

A: Herr, erbarme dich.

L: Jesus Christus, du bist der Weinstock. Früchte der Liebe lässt du in uns wachsen. 

E: Siehst du den Glauben? Siehst du die Hoffnung? Unsere Nachbarn im Ramadan. Unsere Geschwister in der Ferne. Unsere Gemeinde, deine Kirche.

E: Dir vertrauen wir, denn du bist bei uns, in dir bleiben wir und du in uns. 

L: Tröste uns und bleib bei uns, heute und alle Tage. Dich rufen wir an und beten gemeinsam:

L: Vater unser


Segen

L: Der Herr segne uns und behüte uns // der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig. // Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns, und schenke uns Frieden.
A: Amen.

Kategorien
Allgemein

Vorschlag für eine Andacht am Sonntag Misericordias Domini, 26. 4. 2020

L: Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
A: Amen.
L: Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn.
A: Der Himmel und Erde gemacht hat.

Lied 455 Morgenlicht leuchtet
Psalm 23 

Eingangsgebet: (nach VELKD.de)

L: Du Auferstandener, Christus, unsichtbar in unserer Mitte.
Zu dir beten wir. Du bist das Leben.
Du hast dem Tod die Macht genommen.
Doch wir erleben, wie der Tod immer noch nach uns greift.


E: Wir bitten um dein Leben für die, die gegen den Tod ankämpfen.
E: Wir bitten um dein Leben für die, die dem Tod ausgeliefert werden.
E: Wir bitten um dein Leben für die, deren Kräfte versiegen.
A: Nimm uns die Angst. Schenk uns Glauben.

L. Christus, du Auferstandener. Du bist das Leben.
Du schenkst den Frieden, der die Welt überwindet.
Doch wir erleben, wie weiter Unfriede herrscht.


E: Wir bitten um deinen Frieden für die Menschen in Syrien.
E: Wir bitten um deinen Frieden für alle, die eingesperrt und bedrängt werden.
E: Wir bitten um deinen Frieden in unseren Häusern und Familien,
in unserer Nachbarschaft, in unserem Land.


A: Nimm uns die Angst. Schenk uns Frieden.

L: Christus, du Auferstandener. Du bist das Leben.
Du gibst den Müden Kraft. Du lässt uns aufatmen.

E: Wir danken dir für den Atem, der uns aufatmen lässt.
E: Wir danken dir für die Menschen an unserer Seite.
E: Wir danken dir für den Glauben und für dein Wort.


L: Dir vertrauen wir diese Welt an. Dir vertrauen wir uns an.


A: Du bist das Leben. Halleluja. Amen.

Stilles Gebet

L: Wir beten weiter in der Stille, miteinander und füreinander.

(Gebetsstille)

L: Herr, du hörst unser Gebet, darum kommen wir zu dir.

Lied 619 Du bist der Weg und die Wahrheit und das Leben

Predigttext: 1. Petr 2, 21b-25

Predigtgedanken (siehe hier)

Lied 391 Jesu, geh voran

Fürbittengebet (nach Pastoralblätter 4/2020):
L: Jesus Christus, wir bitten dich:

A: Sei und bleibe du der Hirte und Bischof unserer Kirchen.

E: Mache uns stark, wenn wir uns klein und ohnmächtig fühlen.

E: Gib uns einen Glauben, der mit dir rechnet.Was kann uns Schlimmes passieren, wenn du mit auf dem Weg bist?

L: Jesus Christus, wir bitten dich:

A: Sei und bleibe du der Hirte und Bischof unserer Welt.

E: Lasse deine Welt nicht fallen, gib sie nicht auf. Denn sie ist doch das Werk deiner Hände.

E: Heile ihre Wunden. Lass die Zeit kommen, dass sie gesund wird. Schenke uns Ausdauer und Kraft, um deine Welt besser als bisher zu schützen.

L: Jesus Christus, wir bitten dich:

A: Sei und bleibe du der Hirte und Bischof der Bedürftigen.  

E. Tröste du diejenigen, die um einen Menschen trauern, der gestorben ist oder der sie verlassen hat.

E: Stärke du die Kranken, Alten und Schwachen. Berufe immer wieder Menschen, die sie versorgen und sich für sie einsetzen.

L: Jesus Christus, wir bitten dich:

A: Sei und bleibe du der Hirte und Bischof unserer Seelen.

E: Wenn es keinen öffentlichen Gottesdienst gibt, dann sei du da und sprich zu uns durch dein Wort. 

E: Greife ein, wenn wir vergeblich ringen und wenn uns das Wasser bis zum Hals steht. Führe uns durch die dunklen Täler zu neuem Licht.

A: Dich rufen wir an und beten gemeinsam:

L: Vater unser


Segen

L: Der Herr segne uns und behüte uns // der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig. // Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns, und schenke uns Frieden.
A: Amen.