Gedanken zum Sonntag

  • 14. Sonntag nach Trinitatis

    An jenem Tag werdet ihr sagen: „Lobt den HERRN und preist seinen herrlichen Namen! Erzählt den Völkern, was er getan hat! Ruft in die Welt hinaus, wie groß und erhaben er ist!“ (Jesaja 12:4 Hfa).

    Liebe Gemeinde,

    beim Lesen des Textes stellt sich automatisch die Frage, wann jener Tag ist, über den Jesaja prophezeit. Die Antwort ergibt sich aus dem Gesamtzusammenhang, denn im vorhergehenden Kapitel 11 steht über diese Zeit:
    „… dann werden Wolf und Lamm friedlich beieinander wohnen, der Leopard wird beim Ziegenböckchen liegen. Kälber, Rinder und junge Löwen weiden zusammen, ein kleiner Junge kann sie hüten. Kuh und Bärin teilen die gleiche Weide, und ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Heu wie ein Rind. Ein Säugling spielt beim Schlupfloch der Viper, ein Kind greift in die Höhle der Otter. Auf dem ganzen heiligen Berg wird niemand etwas Böses tun und Schaden anrichten. Alle Menschen kennen den HERRN, das Wissen um ihn erfüllt das Land wie Wasser das Meer. In dieser Zeit ist der Trieb, der aus der Wurzel Davids hervor sprießt, als Zeichen für die Völker sichtbar. Sie werden nach ihm fragen, und der Ort, an dem er wohnt, wird herrlich sein.“ (Jesaja 11:6-10 Hfa)

    Dieser Tag liegt also in der Zukunft, denn wir haben diese Situation des Friedens auf der Erde noch nicht. Die Prophetie Jesajas schreibt hier über die Zeit nach der Wiederkunft Jesu, wenn Jesus sein Reich auf Erden aufrichten wird. Dann wird die Schöpfung wiederhergestellt – so wie die Schöpfung zu Beginn war. Es wird Harmonie herrschen – ohne Krieg, Krankheit und Leid. Selbst im Tierreich wird Frieden sein.

    Die Prophetie bezieht sich also auf Israel, das sich mit seinem Messias bei seinem zweiten Kommen versöhnen wird und seinen Namen in der ganzen Welt bekannt machen wird.

    Als Gemeinde befinden wir uns heute in der Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Kommen Jesu. Die Prophetien von Jesaja über das erste Kommen Jesu, hat sich erfüllt. Jesus wurde von einer Jungfrau geboren, er hat Kranke geheilt, Zerbrochenen die gute Nachricht gebracht, Blinden die Augen geöffnet und über das Reich Gottes gepredigt (Lk. 4, 18-19). Jesus ist der Name, der uns zum Heil gegeben ist und in dem wir Erlösung haben. Deshalb sollen wir als Gemeinde bereits heute den Namen Jesu rühmen und in die Welt hinaustragen. 

    Heute leben wir in einer Zeit mit vielen Unsicherheiten. Wir hören über Umweltzerstörung, Klimaveränderung und Krieg und es wird über die möglichen Folgen spekuliert. Als Christen ist uns eine Schau in die Zukunft gegeben, damit wir Orientierung haben. Darauf sollen wir uns ausrichten. Die Welt wird nicht an irgendwelchen vorhergesagten Katastrophen zu Ende gehen, sondern die Prophezeiung über die Wiederherstellung der Schöpfung wird sich erfüllen. Diese Prophezeiung wird sich genauso zuverlässig erfüllen, wie all die Prophezeiungen, die sich bereits mit dem Kommen Jesu erfüllt haben. 

    Uns ist die Prophezeiung gegeben, damit wir uns nicht fürchten, sondern zuversichtlich in die Zukunft schauen. Wir haben einen Herrn, der sich um uns kümmert, der uns hilft, der uns tröstet und der uns eine herrliche Zukunft schenkt. 

    Gerhard Walderich

    Predigtauszug vom 18. Sept. 2022