Kirchl. Nachrichten Woche 19-2016

WORT DER WOCH WORT DER WOCHE – Pfingstfest

Das es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.

Sacharja 4,6

So kann es nicht weitergehen, es muss etwas geschehen! Was nach Tatkraft klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Ratlosigkeit. Das dürfte in etwa auch die Stimmung im Volk Israel wiedergeben, die zur Zeit des Propheten Sacharja herrschte. Die Gefangenschaft in Babylon war beendet, die Menschen nach Jerusalem zurückge­kehrt. Die politische Lage war jedoch unsicher, so dass der Aufbau des zerstörten Tempels nur schleppend vorankam. In dieser Situation ruft der Prophet in Erinnerung, was das Volk in die Verbannung führte: die Abkehr von Gott und das Vertrauen auf die eigene Stärke. Wie sollte es jetzt für das Volk Israel weitergehen? Dem Geist Gottes soll das Volk Israel vertrauen. Alles schön und gut, mag man dabei denken, aber ist das nicht wirklichkeitsfremd, anzunehmen, man könnte auf ein stabiles und verteidigungsfähiges Staatsgefüge verzichten? Es steht außer Frage, dass jedes menschliche Gemeinwesen einen entspre­chenden Ordnungsrahmen braucht. Aber der Ruf des Propheten und das Pfingstfest fordern uns dazu auf, für das Wirken Gottes Raum zu lassen. Gewalt kann auf Dauer kein Rezept sein. Wer die Macht Gottes walten lässt, der wird erleben, dass aus Hass Liebe wird, aus Unrecht Gerechtigkeit, aus Verstocktheit Vernunft.

Das Zitat der Woche

Der Versuch, den Himmel auf Erden zu verwirklichen, produzierte stets die Hölle. Karl Popper (1912-1995), Philosoph

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